Lust oder Last?

Seit Jahren fällt uns auf, wie Nordenstadt in der Wiesbadener Stadtpolitik wahrgenommen wird. 

  • Industrie, Gewerbe und Handel in Nordenstadt werden dankbar wahrgenommen, wenn es darum geht, die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt umfangreich zu ergänzen. 
  • Baugebiete werden fleißig und zügig erschlossen, wenn es darum geht die Grundstücke zu vermarkten und den Stadtsäckel zu füllen.

Aber was hat Nordenstadt davon? 

Nordenstadt wird ignoriert, wenn es darum geht, die infrastrukturellen Gegebenheiten zu erhalten bzw. den wandelnden Anforderungen anzupassen. Mit der Entwicklung des Baugebietes Hainweg ist die Bevölkerungszahl Nordenstadts in den letzten 5 Jahren um ca. 25% gewachsen. Dies alles, ohne dass man zukunftsorientiert diesen Belangen Rechnung getragen hätte.

  • Es wurden zwar zwei zusätzliche Kindertagesstätten errichtet, die Grundschule jedoch nur notdürftig den Veränderungen angepasst.
  • Die Sportinfrastruktur wurde nur marginal angepasst in dem man auf dem ohnehin schon knappen Schulgelände eine Ein-Feld-Schulturnhalle errichtete und sich somit die Option einer Erweiterungsmöglichkeit für den Schulbetrieb nahm 

Beides bildet den tatsächlichen Bedarf jedoch noch nicht im Ansatz ab. 

  • Verkehrlich wurden für über 2.000 Einwohner, die tagtäglich zusätzliche die Ortsstraßen frequentieren, keine weiteren Maßnahmen ergriffen. Nordenstadt versinkt immer mehr im Individualverkehr.
  • In die bestehende Infrastruktur wurde nichts investiert: 
    • Der Gemeindesaal im Gemeindezentrum bietet seit Jahren ein bedauernswertes Bild.
    • Der Friedhof mit seiner Trauerhalle ist eher ein Platz der Scham als ein Ort der Trauer.
    • Eine Sportplatzerweiterung ist nicht absehbar.
    • u. V. m. 

Nach über 20 Jahren Debatten, Hin- und Herplanungen und Diskussionen wurde für den Haushalt 2026 seitens der Stadt nun Planungsmittel für einen möglichen Neubau von Taunushalle, Feuerwehr, Ortsverwaltung und Gemeindesaal am bisherigen Standort der Taunushalle bewilligt. Auch dies ist symbolisch für die Wahrnehmung Nordenstadts in Wiesbaden. Bis ein Neubau fertig geplant, politisch bewilligt, baulich genehmigt und schließlich errichtet und eröffnet sein wird, werden mindestens noch 5 Jahre verstreichen. 

In der Zwischenzeit wird die marode Infrastruktur weiter bröckeln. 

Bestes Beispiel: Das Gemeindezentrum! 

Nachdem bereits vor 10 Jahren erste Betonbrocken von der Fassade brachen, wurde der Komplex in Gänze geprüft und die Außenwände umfangreich mit Netzen gesichert. Sonst nichts. Im November 2025 passiert das Unvermeidliche:

Eine tonnenschwere Fassadenplatte des Gemeindezentrums löst sich, offenbar durch fortschreitende Korrosion, und droht abzustürzen. In einer Hau-Ruck-Aktion wurde die Fassadenplatte außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung abgestemmt und beseitigt.

Ist das ein Einzelfall? Wie steht es um den Rest des Gebäudes? Wann werden weitere Fassadenteile kollabieren?

Ein Symbol für das politische Versagen auf allen Ebenen! Hier werden Nordenstadter Bürgerinnen und Bürger und insbesondere unsere Kinder auf dem Schulweg oder auf dem Weg zur Kita bewusst einer Lebensgefahr ausgesetzt in dem man über Jahrzehnte einen Stillstand pflegt. 

Und dies ist nur ein Beispiel. Wenn eine führende Wiesbadener Politikerin im Foyer des Gemeindesaals im Rahmen einer sportlichen Diskussionsveranstaltung im November 2025 ein Video aufnimmt und darüber berichtet, dass sie gerade in der Taunushalle steht, dann zeigt dies sehr deutlich, wie man sich in Wiesbaden mit Nordenstadt und seinen Gegebenheiten auseinandersetzt.

Wir werden diese Serie fortsetzen und regelmäßig berichten. Unterstützen auch Sie die Norschter Zukunft! Wir werden alles tun, damit die Wiesbadener „Heuschreckenmentalität“ in Nordenstadt nicht weiter um sich greift, wir endlich wieder Gehör finden und man Nordenstadt auch als das wahrnimmt was es ist: 

Ein lebenswerter Stadtteil, der in den letzten Jahren sehr vernachlässigt wurde, der aber zum Gesamtstadtbild beiträgt und den es zu erhalten lohnt!

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